Eröffnung des Rabbinatsmuseums
Braunsbach
In Anwesenheit von
mehr als 300 Gästen aus dem ganzen Land wurde am 13.4.2008 das RMB, das
Rabbinatsmuseum Braunsbach eröffnet. Darunter befanden sich zahlreiche
Ehrengäste: die Europa-Abgeordneten Frau Dr. Grässle und Frau Gebhardt,
die Vertreterin der Landeszentrale für politische Bildung, Frau Baur,
Herr Landrat Bauer, Herr Landesrabbiner Wurmser, Herr Sparkassendirekter
Lützelberger, Herr Oberbürgermeister Pelgrim und weitere Bürgermeister
aus dem Landkreis.
Der Landesrabbiner
Herr Wurmser bekannte, dass er sich im Internet über das Projekt Rabbinatsmuseum
informiert und dabei festgestellt habe, dass es mit seinem Namen einzigartig
in Europa sei. Zwischen die einzelnen Redebeiträge wurde ein telefonisches
Grußwort von Dr. Simon Berlinger, dem ehemaligen Leiter der Israelitischen
Schule Braunsbach, direkt aus Haifa/Israel eingeblendet, in dem er u.a.
bekannte: "Heute fühle ich mich wieder als ein Braunsbacher." Musikalisch
umrahmt wurde die Feier von Herr Beisser, Schwäbisch Hall, der auf der
Klarinette Klezmermusik spielte.
Einige Pressestimmen:
Schatz in der Scheuer
" … Im Museum soll vor allem das fast 400 Jahre dauernde harmonische Zusammenleben
von Christen und Juden dokumentiert werden. Das friedliche Zusammenleben
sei vom letzten Juden aus Braunsbach, dem heute in Israel lebenden Nathan
Frey (87), bestätigt worden. "Wir wollen ein lehrreiches Museum sein und
Verständnis für andere Religionen vermitteln", sagen die Initiatoren,
"die schlimmen zwölf Jahre der Naziherrschaft sind nicht am wichtigsten."
… Originale sind rar. Immerhin aber fand sich in einer Scheune ein Schatz
- eine Holztafel von 1790 mit einem Dutzend Namen, bei denen es sich vermutlich
um die Vorleser aus der Thora handeln dürfte. "Das ist sehr wertvoll",
sagt Hans Schulz, "darum beneiden uns andere Museen …"
(Südwestpresse Ulm, 5.4.2008)
Museum und Bürgerhaus
"Im Rabbinatsmuseum wird die etwa 350 Jahre währende Geschichte der Landjuden
am Beispiel von Braunsbach dargestellt. "Das Gebäude ist aber keine Gedenkstätte,
in der das jüdische Leben auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 reduziert
wird", betont Bürgermeister Frank Harsch. Vielmehr wolle man zeigen, dass
man hier fast 350 Jahre lang friedlich miteinander lebte. "Es gab Zeiten,
da bestand die Gemeinde aus je einem Drittel Juden, Protestanten und Katholiken."
(Haller Tagblatt ,12.4.2008)
Erinnerung an das
jüdische Leben
"Wenn am kommenden Sonntag das Rabbinatsmuseum Braunsbach im Landkreis
Schwäbisch Hall eröffnet wird, hat der 2004 gegründete Förderverein Rabbinatsgebäude
Braunsbach eine Menge Arbeit hinter und noch vor sich. Ein "lebendiges
Museum" im ehemaligen Rabbinat der Kochertalgemeinde will der Verein pflegen,
unterstreicht Elisabeth Quirbach. Erinnerung und Begegnung prägen das
wieder belebte Haus, in dem der jüdische religiöse Lehrer einst amtierte
…"
(Göppinger Kreisnachrichten, 10.4.2008)
Im alten Rabbinatshaus
zieht wieder Leben ein
"… Der Förderverein brachte aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Benefizveranstaltungen
etwa 30.000 Euro für die Museumsgestaltung auf. "Die Eigenleistungen sind
da noch nicht mitgerechnet", sagt Elisabeth Quirbach. Die Vereinsmitglieder
haben monatelang selbst geackert. Beim Vorsitzenden Hans K. Schulz und
Elisabeth Quirbach liefen die Fäden zusammen … Jetzt steht ein Jahr "Probebetriebslauf"
an. Im April soll jeden Sonntagnachmittag geöffnet sein, danach bis Oktober
jeden zweiten und vierten Sonntagnachmittag. Für Gruppen und Schulklassen
wird es besondere Angebote geben, die jedoch wegen der knappen Personaldecke
des Vereins rechtzeitig angemeldet werden müssen. … Die Gemeinde Braunsbach
verfügt über etwas historisch Besonderes: Neben dem ehemaligen Rabbinatssitz
gibt es auch die ehemalige Synagoge, die als Festsaal genutzt wird, und
einen jüdischen Friedhof. Verein und Kommune wollen dieses Erbe im Bewusstsein
halten. …. (Evang. Pressedienst-Wochenspiegel 15/2008, 10.4.2008)
Einstiges Rabbinat
aus dem Dornröschenschlaf geweckt
"… Am ehemaligen Rabbinatsgebäude, in dem die jüdischen Kinder der Region
bis 1939 auch zur Schule gingen, nagte unerbittlich der Zahn der Zeit.
Das denkmalgeschützte Gebäude drohte zu verfallen. Elisabeth Quirbach
und ihr Mann Hans Schulz wollten sich damit nicht abfinden. Seit 2003
setzten sie sich nach Kräften für den Erhalt des Hauses ein. Sie gründeten
dafür den Förderverein Rabbinatsgebäude Braunsbach, der inzwischen rund
50 Mitglieder hat.
Ihr Engagement hatte Erfolg. Mit einem Festakt wird morgen, Sonntag 14
Uhr, im Erdgeschoss des renovierten Gebäudes das Rabbinatsmuseum Braunsbach
eingeweiht. In zwei Ausstellungsräumen erfahren die Besucher künftig Wissenswertes
über die ehemalige jüdische Gemeinde Braunsbach, das Leben der Landjuden,
ihrer Rabbiner, zweier Hofjuden, Fest und Bräuche, aber auch über die
Verfolgung während der Nazizeit. 35 jüdische Bewohner Braunsbachs wurden
in den Konzentrationslagern umgebracht …
In die Renovierung des Rabbinatsgebäudes und die Einrichtung des kleinen
jüdischen Museums investierten Hans Schulz und Elisabeth Quirbach viel
Arbeit. 4000 Arbeitsstunden haben Schulz und seine Frau in den Umbau und
die Gestaltung des Museums investiert. Etwa die Hälfte davon benötigten
sie für die Recherche. Zahlreiche Archive haben die beiden … durchstöbert.
Zahllose Dokumente haben sie gesichtet und durchgearbeitet. Herausgekommen
ist im Museum eine faktenreiche Dokumentation in Wort und Bild. Interviews
mit Zeitzeugen sind an zwei Hörstationen zu erleben. An einem Computer
sind Informationen abrufbar, für die in der Ausstellung sonst kein Platz
gewesen wäre (Anm.: ca. 4350 Seiten Text und Bilder wurden in den PC einprogrammiert).
Wertvollstes Exponat der Schau ist eine Holztafel aus der Zeit um 1800.
…
Für die Einrichtung der Museumsräume beschaffte der Rabbinatsverein allein
30.000 Euro. "Damit können wir alle Exponate, Vitrinen, Computer, Hörstationen,
Schrifttafeln und Ausstellungspuppen selbst bezahlen", sagt Hans Schulz
nicht ohne Stolz.
(Stuttgarter Zeitung, 12.4.2008)
Zur Eröffnung ein
Shalom aus Haifa
"Dieses Rabbinatsmuseum ist etwas Außergewöhnliches für Braunsbach, für
den Landkreis, für das Land - und für unser Volk", sagte Bürgermeister
Frank Harsch. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde es übergeben.
Dass ein kleines Dorf wie Braunsbach so etwas leisten kann, wurde allenthalben
bewundert. So auch überall dort, wo die ehrenamtlichen Initiatoren hinkamen
und nach Ausstellungswürdigem suchten - ob bei den Archiven von Hohenlohe
bis Stuttgart oder Jerusalem und Haifa, wo sie auch ein Interview mit
einem der letzten Rabbiner (Anm.: zu korrigieren: dem letzten jüdischen
Schulleiter und Lehrer von Braunsbach) aufzeichnete: Simon Berlinger,
der heute als 95-jähriger in einem Altersheim bei Haifa lebt. Von dort
wünschte er in einem live eingespielten Telefongespräch Shalom nach Braunsbach
und nannte das Rabbinatsmuseum eine bedeutende Angelegenheit.
Er wolle "seine schmerzlichen Empfindungen nicht verhehlen", so Württembergs
Landesrabbiner Netanel Wurmser, "an einer Stelle zu Ihnen zu sprechen,
die früher Teil der Synagoge war". … "Die Heiligkeit des Ortes bleibe
nach jüdischem Glauben erhalten", …
Doch man wollte keine jüdische Gedenkstätte, wie es sie heute vielfach
an Orten gebe, in denen es jüdische Gemeinden gab, sondern ausgehend von
dem Slogan "Braunsbach ist anders" ein Rabbinatsmuseum, sagt Elisabeth
Quirbach. Sie ist Initiatorin des Projekts und Ehefrau des Fördervereinsvorsitzenden
Hans K. Schulz. Dieser Förderverein, lobte die CDU-Europaabgeordnete Dr.
Inge Grässle, habe durch ehrenamtliches Engagement nicht nur ein denkmalgeschütztes
Haus vor dem Verfall bewahrt, sondern Bedeutsames geschaffen: jüdische
Geschichte werde als Heimatgeschichte offiziell. …"
(Haller Tagblatt, 14.4.2008)
Franken Radio
Moderation Heiner
Kunold
Alle Sendetermine: 14.04.2008, 12.30 Uhr, Franken Radio, SWR4 Franken
Radio
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