Die Geschichte des Rabbinatsgebäudes

Mehr als 350 Jahre - vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis 1942 - lebten in Braunsbach Juden. 1832 wurde der Ort Sitz des Bezirksrabbiners. Braunsbach hatte die meisten jüdischen Einwohner und der hiesige Rabbiner war schon lange auch für die umliegenden Gemeinden im Gebiet des heutigen Landkreises Schwäbisch Hall zuständig.

1834 kaufte die jüdische Gemeinde Braunsbach ein Haus, das fortan nicht nur den Amtssitz und die Wohnung des Bezirksrabbiners, sondern auch die israelitische Konfessionsschule beherbergte. Es war neben der Synagoge und dem Friedhof einer der drei wichtigsten Orte des Judentums im größeren Umkreis. 1913 wurde der Sitz des Bezirksrabbinats nach Schwäbisch Hall verlegt. Die Schule musste 1923 wegen der zu geringen Schülerzahl geschlossen werden. Allerdings wurde sie 1936 wieder als Bezirksschule für jüdische Kinder aus Braunsbach, Schwäbisch Hall, Dünsbach und Künzelsau eröffnet.
Nach der Deportation der Braunsbacher Juden durch die Nationalsozialisten wechselte das Rabbinatsgebäude mehrfach den Besitzer. Das mittlerweile denkmalgeschützte Haus, in dem noch viele bauliche Spuren der früheren Bewohner erhalten sind, ging 1999 in den Besitz der Gemeinde über.

Im Jahre 2004 gründeten Hans K. Schulz und Wolfgang Kuhn mit engagierten Bürgern aus Braunsbach und Schwäbisch Hall einen Förderverein zur Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes. Im Jahr darauf beschloss der Gemeinderat die Renovierung. Die baulichen Arbeiten wurden 2007 abgeschlossen. Im Obergeschoss des Hauses wurde eine Kleinkinderbetreuung, das "Wichtelnest" eingerichtet. Frau Elisabeth M. Quirbach konzipierte das Rabbinatsmuseum und richtete es mit Hans K. Schulz, dem Vorsitzenden des Fördervereins, und einigen engagierten Mitgliedern ein. Im April 2008 wurde das Museum eröffnet.

 

 

 

 

 


2004

 

2008