Anschrift:

74542 Braunsbach

Im Rabbinat

 

Öffnungszeiten:

April - Oktober

2. und 4. Sonntag im Monat

14 - 18 Uhr

 

Ganzjährig

Anmeldung von Gruppen

und Führungen unter

Tel. 07906-8512 oder

Tel. 07906-940940

rabbinatsmuseum@braunsbach.

de

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Foto: Marc Weigert
Foto: Marc Weigert

Artikel vom 09.04.2013, www.swp.de

Verein Kultur im Rabbinat: 50 Besucher beim jüdischen Abend im Gasthaus Löwen
Das Rabbinatsmuseum Braunsbach ist am 13. April 2008 - also vor fast fünf Jahren - eröffnet worden. Am Samstag feierten das 50 Bürger bei einem jüdischen Abend mit koscherem Essen und jüdischem Witz.
ELVIRA PROBST-LIPSKI

Unter dem Titel "Speisen wie am Hofe König Salomos" verbrachten die Teilnehmer einen illustren Abend. Der Wirt des Braunsbacher Löwen, Thomas Hopf, servierte ein viergängiges, koscheres Menü. Für humorvolle kulturelle Kost sorgten Klaus Peter Fink aus Schwäbisch Hall und Karin Friedle-Unger aus Langenburg. Fink, Spross einer jüdischen Familie, zitierte zur Freude der Gäste einige Witze und Geschichten - seine Sammlung umfasst rund 6000 Stücke. Karin Friedle-Unger trug Geschichten von Ephraim Kishon vor und sang mit warmer Altstimme temperamtvolle Lieder.

Elisabeth Quirbach und ihr Mann Hans Schulz sind der Motor des Rabbinatmuseums. Beide wurden mittlerweile vom German Jewish Community History Council aus den USA geehrt. Quirbach und Schulz dankten den Mitgliedern des Fördervereins Kultur im Rabbinat sowie Bürgermeister Frank Harsch und der Gemeindeverwaltung, ebenso Sponsoren und der Stiftung des Landkreises. Wie Elisabeth Quirbach berichtet, wurden inzwischen knapp 5000 Besucher im Museum begrüßt. Ihr Fazit: Das Museum wurde sehr viel schneller bekannt, als sie gehofft hatte. Auch fünf Jahre nach der Eröffnung steige das Interesse. So buchten bereits vergangenes Jahr acht Gruppen feste Termine für 2013.

Die Besucher kommen vorwiegend aus der Region, aber auch aus dem südlichen Hessen, Nordrhein-Westfalen, aus anderen europäischen Ländern, aus Israel und den USA. Das Museum gibt einen Überblick über 350 Jahre Geschichte der Juden in Braunsbach. Führungen bieten Elisabeth Quirbach und Bürgermeister Frank Harsch an. Neben Museumsführungen können auch Führungen durch den Ort gebucht werden, zum jüdischen Friedhof, es gibt Angebote für Kinder und Jugendliche sowie für Schulen. Wie Quirbach berichtete, blieben die Gäste nach den Führungen oft noch länger, fragten nach, diskutierten. Der Informationsbedarf sei groß. Immer häufiger werde das Angebot angenommen, in Kombination mit den Führungen einen koscheren Imbiss zu probieren.

Braunsbach habe sich durch den hohen jüdischen Anteil an Einwohnern von den anderen Dörfern ringsum unterschieden, berichtete Quirbach weiter. In der Oberamtsbeschreibung von 1890 sei zu lesen, dass es dort größere Häuser gebe (wegen dem Reichtum der Juden), es herrsche ein kosmopolitisches Flair. Die weltläufigen Verbindungen unter Juden spiegelten sich auch heute noch wider, wenn - wie geschehen - gleichzeitig Besucher aus der Schweiz und Kanada im Museum sind und festgestellt wird, dass man miteinander verwandt ist.

Ursprünglich sollte aus dem alten, denkmalgeschützten Rabbinat ein Bürgerhaus werden - die Gemeinde hatte es gekauft. Aber das Gebäude war für diesen Zweck in einem zu schlechten Zustand. Hans Schulz gründete 2004 den Förderverein Rabbinatsgebäude, beantragte mit der Gemeinde Fördergelder, die Renovierung begann - die künftige Nutzung war immer noch offen. Man diskutierte ein Bildungshaus mit Bibliothek und Mediathek, alternativ die Errichtung eines Heimatmuseums. Dass es dann doch zum Rabbinatsmuseum kam, habe laut Elisabeth Quirbach einige Kämpfe gekostet.

Für Werner Zügel, zweiter Vorsitzender des Vereins, stehe das Museum auch für die Kulturvielfalt im Ort, für ihn sei es ein Stück Heimat. Bürgermeister Frank Harsch betont, dass mit dem Museum ein Alleinstellungsmerkmal für Braunsbach über die Region hinaus geschaffen wurde. 350 Jahre jüdisches Landleben werden am Beispiel Braunsbachs gespiegelt. Mit Sonderausstellungen, Vorträgen und dem museumspädagogischen Konzept erlebe man eine Erfolgsstory der außergewöhnlichen Art für einen solch kleinen Ort wie Braunsbach.

Weitere Fotos finden Sie beim Haller Tagblatt.