Anschrift:

74542 Braunsbach

Im Rabbinat 6

 

Öffnungszeiten:

April - Oktober

2. und 4. Sonntag im Monat

14 - 18 Uhr

 

Ganzjährig

Anmeldung von Gruppen

und Führungen unter

Tel. 0049 7906-8512  oder

      0049 151 20020778

rabbinatsmuseum@braunsbach.

de

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Site textos en español.
Un breve resumen de los textos del Museo del Rabinato en español.
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Site textes en français
Un bref résumé des textes du musée du rabbinat en français
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Der jüdische Friedhof liegt an einem steilen Südhang oberhalb des Ortes, auf halber Höhe des Schaalbergs unmittelbar am Waldrand. Er ist eingezäunt und von einer Hecke umgeben. Er wurde 1738 auf einem aufgelassenen Weinberg angelegt. Seine Größe beträgt 792 m2. Er besteht aus zwei chronologischen Feldern; dem älteren unteren Feld (Grab Nr. 1 bis Grab Nr. 376) und dem oberen Feld (Grab Nr. 384 bis Grab Nr. 551), das von der jüdischen Gemeinde im 19. Jahrhundert hinzugekauft wurde. Lange Zeit diente er als Bezirksfriedhof auch für die Gemeinde in Künzelsau.

 

Braunsbach war eine strenge, traditionstreue Gemeinde. Davon legt auch die Schlichtheit des Friedhofs Zeugnis ab. Alle Grabsteine sind nach Osten ausgerichtet.  Ausnahmslos bestehen die Grabinschriften aus hebräischen Texten, die vor allem im älteren Bereich stark verwittert und kaum noch zu lesen sind. Allerdings liegt eine Dokumentation vor, anhand derer nahezu alle Gräber zu identifizieren sind. Die 1824 gesetzlich festgelegten Familiennamen bleiben zunächst ungenannt oder werden in die hebräische Inschrift integriert. Sehr spät, erst gegen Ende des 19. Jh. findet man regelmäßig deutsche Namen und Daten in christlicher Zeitrechnung als zusätzliche deutsche Inschriften, und das, bis auf wenige Ausnahmen, diskret auf der Rückseite des Grabsteins. Zugeständnisse an den modernen Zeitgeschmack bleiben diskret und stören nicht die Schlichtheit des Ortes. Selbst Rabbinergräber sind nicht besonders gestaltet. Etliche Grabsteine zeigen jüdische Ornamente, die etwas über den Verstorbenen aussagen. Eine Besonderheit stellen die Gräber von Salomon Falk (Gr. 30) und seines Schwiegersohn Chaim Henle (Gr. 31), beide Hoffaktoren, dar. Sie zeigen als Schmuck eine Ornamentik wie die Pfarrer-Mayer-Bauernhäuser.

 

 

In der Nähe des Eingangs steht ein Gedenkstein für „all unsere Brüder und Schwestern, die in den Jahren 1933 bis 1945 durch Nationalsozialistische Verfolgungen als Märtyrer der Religion und des Judentums eines gewaltsamen Todes gestorben sind“. Josef Falk, ein ehemaliger jüdischer Bürger des Ortes, ließ ihn nach dem Zweiten Weltkrieg errichten.