Anschrift:

74542 Braunsbach

Im Rabbinat

 

Öffnungszeiten:

April - Oktober

2. und 4. Sonntag im Monat

14 - 18 Uhr

 

Ganzjährig

Anmeldung von Gruppen

und Führungen unter

Tel. 07906-8512 oder

Tel. 07906-940940

rabbinatsmuseum@braunsbach.

de

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Warum das Rabbinatsgebäude den Namen "Simon-Berlinger-Haus" erhält

Simon Berlinger

Haifa, 2009

 

hanseli-foto 2009

 

 

 

Wir sind zusammengekommen, um dem ehemaligen Rabbinatsgebäude den Namen

 

Simon-Berlinger-Haus zu geben und damit einen Mann zu ehren, der sich zeit seines Lebens als ein Brückenbauer zwischen Juden und Deutschen, zwischen Juden und Christen erwiesen hat.  

 

In dieser Eigenschaft durfte auch ich ihn kennenlernen.

 

Als mein Mann und ich vor mehr als 14 Jahren begannen, die Geschichte unserer Wahlheimat Braunsbach zu erforschen, stießen wir bald auch auf die Geschichte der hiesigen jüdischen Gemeinde und ihrer Einrichtungen. So auch auf die jüdische bzw. israelitische Schule.

 

Wir erfuhren, dass diese im Jahre 1936 von einem gewissen Simon Berlinger als Bezirksschule für jüdische Kinder eröffnet worden sei und dass dieser Simon Berlinger in Haifa lebte. „Ruft ihn doch einfach mal an, wenn ihr etwas erfahren wollt“, rieten uns Bekannte von ihm.

 

Also rief ich eines Tages beklommenen Herzens in Haifa einen mir bis dahin unbekannten Mann an, einen Juden, der Deutschland verlassen musste und dadurch die Shoa überlebt hatte.

 

Kaum hatte ich mich und mein Anliegen ihm vorgestellt, wurde ich von einer freundlichen Redeflut überschüttet, dass mir Hören und Sehen verging. Ich konnte gar nicht so schnell alles auffassen, was Simon mir erzählte.

 

Aus dem einen Anruf wurden im Laufe der folgenden Jahre viele, die immer ähnlich abliefen. Schließlich wurde im November 2009 ein Besuch bei ihm daraus, bei dem ich ihn  - endlich – persönlich kennen lernen durfte.

 

Ich lernte ihn kennen und schätzen als einen Menschen mit einem offenen Herzen und einer ausgestreckten Hand; als den Angehörigen eines Volkes, dem durch mein Volk großes Unrecht und schweres Leid zugefügt worden war und der trotzdem keinen Hass empfand. Als einen Mann, der sich schon als junger Lehrer hier in Braunsbach in schlimmer und gefährlicher Zeit für Frieden und Versöhnung eingesetzt hatte.

 

Simon Berlinger war ein Mensch, für den jeder einzelne zählte; der keinen Menschen aufgrund einer bestimmten Gruppenzugehörigkeit verurteilte. Er sah und beurteilte das Individuum, die Person, was sie sagte und wie sie handelte. Das war sein pädagogischer Ethos, in dem er die folgende Generation als Vater und als Lehrer prägte.

 

Und darin kann er auch nachfolgenden Generationen als ein Vorbild gelten.

 

Mit dem Rabbinatsmuseum wollen wir Wissen über Andersdenkende und Andersglaubende vermitteln, vor allem aber Toleranz und Achtung vor dem anderen Menschen wecken und stärken.

 

Dies ist, was Simon Berlinger veranlasst hat, das Geschehen um das Rabbinatsmuseum aufmerksam und helfend zu begleiten. Sein telefonisches Grußwort aus Haifa zur Eröffnung des Museums bezeugte dies.

 

Simon Berlingers Erbe soll an diesem Ort weitergegeben werden. Deshalb soll das Haus, in dem zwei seiner Familienangehörigen als Rabbiner tätig waren und in dem er als Pädagoge wirkte, fortan seinen Namen tragen: Simon Berlinger-Haus.