Anschrift:

74542 Braunsbach

Im Rabbinat

 

Öffnungszeiten:

April - Oktober

2. und 4. Sonntag im Monat

14 - 18 Uhr

 

Ganzjährig

Anmeldung von Gruppen

und Führungen unter

Tel. 07906-8512 oder

Tel. 07906-940940

rabbinatsmuseum@braunsbach.

de

Site texts English
A short summary of the texts in English
rabbinate_museum_braunsbach.pdf
Adobe Acrobat Dokument 8.4 KB
Site textos en español.
Un breve resumen de los textos del Museo del Rabinato en español.
museo_del_rabbinato_braunsbach.pdf
Adobe Acrobat Dokument 8.3 KB
Site textes en français
Un bref résumé des textes du musée du rabbinat en français
musee_rabbinate_braunsbach.pdf
Adobe Acrobat Dokument 66.3 KB

Ehrung in Berlin: Elisabeth M. Quirbach und Hans Schulz erhalten den Preis von Ralf Wieland (links), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, und Karen Franklin (rechts), Vize-Präsidentin der Obermayer Stiftung.  

Margitta Schmidt in "Haller Tagblatt" 8.2.2016

 

Glückwünsche aus aller Welt

 

Hohe Auszeichnung für Braunsbacher Ehepaar und Gründer des Rabbinats Museums

 

Hans Schulz und Elisabeth Quirbach haben den Obermayer German Jewish History Award erhalten. Mit dem Preis wird die Arbeit der Braunsbacher Hobby-Historiker zur deutsch-jüdischen Geschichte geehrt.

 

Als das Ehepaar Elisabeth Quirbach und Hans Schulz 1997 nach Braunsbach zog, war der Wohnort sorgfältig ausgesucht: "Wir hatten uns bis in die Gegend um den Bodensee herum umgeschaut, uns dann aber für Braunsbach entschieden. Neben der guten Infrastruktur überzeugte uns die wunderschöne Lage", erinnert sich der 70-jährige Maschinen- und Anlagenbauer. Mehrere Jahre lang nahm er dafür die lange Fahrt zu seiner Firma in Asperg in Kauf. Im Jahr 2000 verkaufte er das Unternehmen.

Elisabeth Quirbach stammt aus Köln. In Bonn studierte sie Germanistik und katholische Theologie. Bis 2002 war die heute 66-jährige Mutter von drei Söhnen im Schuldienst tätig, zuletzt im Ganerben-Gymnasium in Künzelsau.

"Wir wollen immer alles wissen", meint das Ehepaar übereinstimmend. Leider war über den neuen Wohnort nur wenig zu erfahren. Die beiden Hobby-Historiker gingen also selbst auf die Suche und sammelten schließlich so viele Informationen, dass sie ein Heimatbuch zusammenstellten. "Mein Mann kümmert sich um Technik und Finanzen, ich um das Inhaltliche", beschreibt Quirbach die bewährte Arbeitsteilung. Dass ihr Interesse an den früher hier lebenden Juden geweckt würde, war unvermeidlich:"Wir wohnen ja fast neben dem jüdischen Friedhof." Bekümmert stellten sie fest, in welch desolatem Zustand sich das ehemalige Rabbinatsgebäude befand: "Die Ratten von Braunsbach lebten in diesem denkmalgeschützten Haus." Zunächst gründete das Ehepaar einen Förderverein zum Erhalt des Gebäudes, der sich später zum Förderverein für das Museum umformierte. Quirbach wurde erste Vorsitzende.

Hunderte von Exponaten wurden gesammelt und gekauft, manche stammen sogar aus Israel oder Übersee, bis das Museum im April 2008 eröffnet werden konnte. "Bis heute gibt es große Ressentiments gegenüber Juden. Viele davon sind in den Geschichten der Bibel verwurzelt. Wir möchten einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leisten. Juden sind nicht besser oder schlechter, sie sind anders", erklärt Quirbach die Aufgabe des Museums. 

Sieben Ehrenamtliche wechseln sich an den Öffnungstagen von April bis Oktober ab. "Ein ganz großes Lob möchten wir unserem Bürgermeister Frank Harsch aussprechen, der immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird und sogar Führungen übernimmt." Ansonsten sei die Begeisterung im Ort für das Rabbinatsmuseum, dem heutigen Simon-Berlinger-Haus, verhalten: "Zehn Prozent sind dafür, zehn dagegen, und den restlichen 80 Prozent ist es wohl eher gleichgültig schätzen die Initiatoren bedauernd. 

Die Nominierung für eine - oder sogar die höchste - jüdische Auszeichnung für Deutsche war für das Paar eine Überraschung und große Ehre: "Die Preisträger werden weltweit von Juden vorgeschlagen, die damit Anerkennung und Dank für die geleistete Arbeit aussprechen möchten. Wir wissen, dass uns Menschen aus der Schweiz, aus den USA und aus Deutschland ins Gespräch gebracht haben. Wir haben zuerst gar nichts verstanden, als uns Arthur Obermayer im November mitten in der Nacht persönlich aus Amerika anrief." <Jetzt, nach vielen Glückwünschen aus aller Welt, verstehen die beiden, wie wichtig der Preis für Juden ist. "Für uns ist er Bestätigung und Anerkennung der investierten Arbeit. Und er ist Motivation zum Weitermachen." Hans Schulz und Elisabeth Quirbach wurden jetzt zusammen mit fünf weiteren Preisträgern in Berlin geehrt. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, überreichte die hohe Auszeichnung.

 

Engagement   Seit dem Jahr 2000 wird der Obermayer German Jewish History Award, der Jüdische Geschichtspreis für Heimatforscher, jährlich an deutsche Bürger vergeben, die sich in ihren Heimatorten für jüdische Geschichte engagieren. Vergeben werden die Auszeichnungen durch die Obermayer Foundation, einer Stiftung aus Dadham in Massachusetts, USA. Der Stifter, Arthur Obermayer, hat deutsche Wurzeln. Die Auszeichnung konnte er nicht mehr persönlich überreichen, er starb am 10. Januar 2016.