Anschrift:

74542 Braunsbach

Im Rabbinat

 

Öffnungszeiten:

April - Oktober

2. und 4. Sonntag im Monat

14 - 18 Uhr

 

Ganzjährig

Anmeldung von Gruppen

und Führungen unter

Tel. 07906-8512 oder

Tel. 07906-940940

rabbinatsmuseum@braunsbach.

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Die Morgenthaus und Lehmans zum Beispiel

Zur Geschichte jüdischer USA-Emigranten aus Schwaben und Franken, Vortrag von Karen Franklin, New York

Im 19. Jahrhundert sind ein paar Millionen Europäer in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgewandert. Darunter befanden sich zahlreiche Juden, auch viele Landjuden aus Schwaben und Franken. Am Dienstag, 13. November, 20 Uhr erläutert Karen Franklin die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe dieser Auswanderung. Ferner stellt die Referentin einzelne Familien vor, die es zu hohem Ansehen und Wohlstand gebracht haben, wie die Morgenthaus und Lehmans zum Beispiel. Wahrscheinlich wird sie auch über die heutige Situation der Juden in New York erzählen.

Karen Franklin ist weltweit vernetzt mit dem Forschungsbetrieb zur deutsch-jüdischen Geschichte. Viele ihrer Vorfahren stammen aus Schwaben und Franken. So legte sie den Schwerpunkt ihrer Arbeit im Bereich Familienforschung auf diesen Bereich. Jüngst wirkte die langjährige Vorsitzende der amerikanischen jüdischen Museen an Ausstellungen im New Yorker "Museum for Jewish Heritage" zu diesen beiden Familien mit.

Die Referentin kommt auf Einladung des Rabbinatsmuseums nach Braunsbach.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 13. November, um 20 Uhr in der Burgenlandhalle in Braunsbach statt. Eintrittskarten zu 8 €/6 € (erm. für Jugendliche und Mitglieder) an der Abendkasse. Nähere Informationen telefonisch unter 07906/8512.

Eine jüdische Zeitreise

Lied - Geschichte - jüdischer Humor mit Dany Bober

Jüdische Kultur ist schon aufgrund ihrer unterschiedlichen geografischen und historischen Bezüge eine sehr vielfältige Kultur. Dies gilt auch für die Musik. Mit der Katastrophe des Nationalsozialismus kam die Entwicklung jüdischer Lieder in Europa weitgehend zum Erliegen. Heute denken viele in diesem Zusammenhang sofort an Klezmer Musik. Dass jüdische Musik viel mehr beinhaltet, zeigt Dany Bober auf vielfältige Weise am Sonntag, dem 4. November 2012, 17.00 Uhr in Braunsbach.

Nicht zuletzt seine Biografie zeichnet den Liedermacher als idealen Vermittler der Vielfalt jüdischer Kultur aus. Im Jahr 1948 im gerade neu geschaffenen Staat Israel geboren, remigriert Dany Bober 1956 mit seinen Eltern in die Geburtsstadt seines Vaters, Frankfurt am Main. Seit 1976 lebt er mit seiner Familie in Wiesbaden. Er tritt seit über 35 Jahren mit seinen Liedern und Gesprächsbeiträgen auf; u.a. in Synagogen- und Kirchengemeinden, auf Kirchentagen und Kleinkunstbühnen. Diesmal kommt Dany Bober auf Einladung des Rabbinatsmuseums nach Braunsbach.

Für seinen Vortrag "Eine Jüdische Zeitreise" hat Dany Bober die in der Zeit der Weimarer Republik auf deutschen Kleinkunstbühnen beliebte Form des "Features" gewählt. Hierbei tragen die unterschiedlichsten Stilelemente wie Lieder, Berichte, Mundartgedichte und Humor zu einem kurzweiligen und informativen Abend bei. Von teilweise eigenen Vertonungen der Psalmen König Davids und Salomos führt sein Programm über das babylonische Exil, die hellenistisch-römische Zeit und das mittelalterliche Spanien zu den jiddischen Volksweisen Osteuropas. Zwischen den Liedern erzählt Dany Bober die Geschichte, die den Rahmen zu seinen Liedern bildet. Anekdoten, Prosa und Gedichte aus dem jüdischen Frankfurt am Main und Berlin des 18. und 19. Jahrhunderts. runden das Feature liebevoll-ironisch ab.

Info: Die Veranstaltung findet am Sonntag, 4. November, um 17 Uhr in der Burgenlandhalle/Rosensteinsaal in Braunsbach statt. Karten zu 10 €/ermäßigt 8 € gibt es an der Tageskasse. In der Pause lädt der Förderverein des RMB zu koscherem Wein und anderen jüdischen Spezialitäten ein. Informationen telefonisch unter 07906/8512.

Jetzt wird Tacheles geredet

Vom Einfluss des Jiddischen auf die deutsche Sprache

Bitte vermasseln Sie nicht diesen Termin, sonst gibt es Zoff. Und sagen Sie nicht, die Sache käme Ihnen nicht koscher vor. - Am Sonntag, den 22.7.2012, um 15.30 Uhr wird Dr. Ottfried Kies, Brackenheim, solche und noch andere gängige Wendungen aus der jiddischen Sprache im Rabbinatsmuseum Braunsbach vorstellen und erklären.

Jiddisch ist ca. seit dem 13.Jh. eng mit dem aschkenasischen Judentum verbunden, obwohl die Bezeichnung "jiddisch" erst seit dem 20.Jh. üblich ist. Die deutschen Juden, die nach Osten auswanderten, behielten ihre Sprache bei und entwickelten sie weiter, bis ein durch slawischen Einfluss geprägter Dialekt entstand. Durch die Bevölkerungs-bewegungen verbreitete sich die Sprache über ihre historische Heimat hinweg.

Die Stellung der Juden als Randgruppe im ausgehenden Mittelalter brachte es mit sich, dass sich Spuren ihrer Sprache auch in der Sprache des fahrenden Volkes, dem Rotwelsch, wieder finden. Auf diesem Wege fanden etliche Worte Eingang in die deutsche Allgemeinsprache. Gerade in Gegenden, in denen die Juden nicht isoliert lebten, in Dörfern oder kleinen Städten, übernahmen christliche Mitbürger auch Begriffe und Redewendungen aus dem Jiddischen. Man wünscht sich "Einen guten Rutsch", oder man fühlt sich "mies"; manch einer erlebt eine "Pleite". Immer wieder werden in der deutschen Sprache Wendungen aus dem Jiddischen verwendet, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Wussten Sie, dass auch die Redewendung "Es zieht wie Hechtsuppe" aus dem Jiddischen: "hech supha" soviel wie "starker Sturm" bedeutet? Durch Übersetzungsfehler wurde daraus die oft zitierte Hechtsuppe.

Man schätzt, dass es 1939 mehr als 10 Millionen jiddisch sprechende Menschen auf der Welt gab. Heute gibt es weltweit noch ca. 3 Millionen Menschen, die Jiddisch als ihre Muttersprache betrachten. Die meisten von ihnen leben in den USA, den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und in Israel. An israelischen Universitäten und jüdischen Hochschulen gibt es heute besondere Studiengänge zur Erlernung des Jiddischen.

Die Sprache wurde so zu einem Zeugnis für dem intensiven Kontakt zwischen Juden und Christen in Europa und ist es auch heute noch.

Herr Dr. Otfried Kies unterrichtete nach dem Studium der Germanistik und Anglistik bis 2000 am Gymnasium in Lauffen/Neckar. Nach seiner Pensionierung studierte er Geschichte und promovierte zum Dr. phil.. Er hat mehrere lokalgeschichtliche Bücher (vornehmlich Kirchen- und Ortsgeschichte) und Aufsätze herausgegeben. Seine besondere Liebe gilt dem Jiddischen als Tochtersprache des Deutschen und vor allem seinem Einfluss auf die deutsche Sprache.

Tipp: einen interaktiven Jiddisch-Kurs finden Sie unter www.jiddischkurs.org.

Eine kleine Verständigungshilfe jiddischer Sprache finden Sie auch hier als PDF zum Herunterladen!

Berufen und bestellt

Von Rabbinern, Pfarrern und Imamen

In unserer multikulturellen Gesellschaft leben Menschen verschiedener Religionen zusammen. Christen, Muslime und Juden unterschiedlicher Ausrichtung leben nebeneinander und wissen oft viel zu wenig voneinander. Am Arbeitsplatz, in der Schule, beim Einkauf und bei vielen anderen Gelegenheiten im Alltag begegnen wir Angehörigen dieser Religionen. Manche Religionen sind als Institutionen organisiert, manche sind an ihren Gottes- und Versammlungshäusern im Stadtbild zu erkennen. Mitunter erkennen wir Gläubige sogar an ihrer besonderen Kleidung.

Zahlreiche Gläubige versammeln sich in religiösen Gemeinden, die von eigens berufenen und bestellten Amtsträgern geleitet werden. Deren Aufgaben und Selbstverständnis sind vielfältig und einem ständigen Wandel unterworfen.

Lange Zeiten waren christliche Priester und Pfarrer volle Kirche gewohnt; wenn "Rom" gesprochen hatte, war die "Sache" beendet. Heute stehen sie oft vor leeren Bänken und müssen überlegen, ob ihre Kirchen geschlossen oder sogar aus Kostengründen abgerissen werden müssen.

Waren die Rabbiner bis zum 19. Jahrhundert vor allem Rechtsgelehrte, so rückte nach der Aufklärung die Predigt in den Vordergrund. Die große Zahl der jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland stellt die heutigen Rabbiner wiederum vor ganz andere Probleme, da neben Seelsorge, Glaubenslehre jetzt auch besonders Lebenshilfe angefragt wird.

Zu den ursprünglichen Aufgaben eines Imam gehören die Leitung von Gottesdiensten und Gebeten. Beim Freitagsgebet soll er im zweiten Teil seiner Ansprache auf die aktuellen Probleme in seiner Gemeinde und in der Welt eingehen. Welche Schwierigkeiten ergeben sich da, wenn er die Arbeitswelt in Deutschland nicht kennt, die Sprache des Landes nicht spricht und versteht, da er z.B. in der Türkei ausgebildet wurde und nur für begrenzte Zeit nach Deutschland entsendet wurde. Zudem erwartet man von ihm zunehmend Hilfeleistungen. Gleichzeitig soll er als türkischer Staatsangestellter die Identifikation mit dem Heimatland fördern.

Das Rabbinatsmuseum Braunsbach möchte mit seiner Reihe "Interreligiöser Dialog" einen Beitrag leisten, die Pluralität religiöser Überzeugungen wahrzunehmen und angemessen mit ihr umzugehen. Vornehmlich wird dabei auf die drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam eingegangen.

Die aktuelle Sonderausstellung "Berufen und bestellt" widmet sich den Gemeindeleitern. Wir stellen Rabbiner, Priester und Imam vor. Sie gewähren Einblick in ihre Ämter und berichten von ihrem Alltag. In Videointerviews stellen sie ihren Werdegang, ihre Aufgaben und spezifischen Probleme dar. Informationstexte und Exponate bieten zusätzliche Einblicke. So werden u.a. grundlegende Schriften, Amtsroben und Gerätschaften gezeigt.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, 15.1.2012, um 14 Uhr. Um 14.30 Uhr und um 16.00 Uhr werden die Interviewfilme vorgeführt. Trotz der z.Zt. im Museum herrschenden Winterferien, wird die Ausstellung bis zum 2. April auf Anmeldung für Gruppen ab 5 Personen nach Terminvereinbarung geöffnet sein.