Anschrift:

74542 Braunsbach

Im Rabbinat

 

Öffnungszeiten:

April - Oktober

2. und 4. Sonntag im Monat

14 - 18 Uhr

 

Ganzjährig

Anmeldung von Gruppen

und Führungen unter

Tel. 07906-8512 oder

Tel. 07906-940940

rabbinatsmuseum@braunsbach.

de

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Goldene Taube im Rabbinatsmuseum eingeflogen

30 Goldene Tauben „fliegen“ weltweit von Person zu Person und von Einrichtung zu Einrichtung. Sie sollen Menschen und Einrichtungen auszeichnen, die sich für Völker- und Kulturverständnis sowie für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.  Angela Merkel, Michael Gorbatschow, Präsident Obama, Papst  Benedikt XVI., Dalai Lama, Amnesty International, das Europäische Parlament  und viele andere wurden bereits mit diesem Preis ausgezeichnet. Nun ist die „Goldene Taube“, im Rabbinatsmuseum Braunsbach „eingeflogen“.

Zum 60. Jahrestag der „Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte“ seitens der Vol versammlung der Vereinten Nationen schuf der Landshuter Künstler Richard Hillinger 30 lebensgroße goldfarbene Taubenplastiken aus Bronze. Jede trägt einen Ölzweig im Schnabel und soll auf einen der 30 Artikel der Erklärung der Menschenrechte aufmerksam machen. Unterstützt wird diese Initiative durch den Bundespräsidenten a.D. Dr. Roman Herzog.

Das Rabbinatsmuseum Braunsbach zeigt die wechselhafte Geschichte der jüdischen Gemeinde Braunsbach als integralen Bestandteil der Heimatgeschichte sowie die Geschichte des hiesigen Rabbinatsbezirks. Es informiert über das Nebeneinander, Miteinander und Gegeneinander von Juden und Christen während ca. 350 Jahre, von ca. 1600 bis 1942. Ferner wird dargestellt, welche erneuten Annäherungen es zwischen der christlicher Bevölkerung Braunsbachs und den Nachfahren der ehemaligen jüdischen Mitbürger nach dem Ende des 2. Weltkrieges gegeben hat und bis auf den heutigen Tag gibt. Darüber hinaus gibt es Einblicke in die jüdische Religion und zeigt diese als Wurzel für das Christentum.

„Wir möchten unsere Besucher motivieren, sich mit der jüdischen Religion sowie der Lebenssituation der Landjuden während der 350 Jahre in unserer Region auseinanderzusetzen. So können wir einen Beitrag zu mehr Toleranz und Achtung vor dem Andersdenkenden und Andersglaubenden leisten. Denn nur wo Verständnis für Fremdes und Ungewohntes besteht, kann man in Frieden leben.“ (E. Quirbach bei der Eröffnung des Museums 2008)

 

Am Sonntag, 30. November wird die Goldene Taube öffentlich im Museum vorgestellt. Das Museum ist an diesem Tage von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Letztmalig ist die Sonderausstellung „Frauen im Judentum“ zu sehen. Um 14.30 Uhr wird ein Film über Dietrich Bonhoeffer (Dauer: ca. 90 Min.) gezeigt.

Niemalsland

 

GRUPPE SOUND ESPACE gastiert in Braunsbach

 

 

Der siebte Literatursommer Baden-Württemberg findet unter dem Motto „Worte sind Taten – Zivilgesellschaftliches Engagement in der Literatur statt. In rund 160 Veranstaltungen werden Eintritt für Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie, soziale Verantwortung und Toleranz in der Literatur von gestern und heute beleuchtet. In diesem Rahmen kommt die GRUPPE SOUND ESPACE mit ihrem Programm „Niemalsland“ am Sonntag, 26. Oktober, auf Einladung des Rabbinatsmuseums nach Braunsbach.

Das Programm "Niemalsland" beschäftigt sich mit einem sehr sperrigen Thema der deutschen Vergangenheit. Es gab in den KZs Gedichte, und entgegen aller anderen Vermutungen gibt es auch nach Auschwitz noch Lyrik über das Unaussprechliche. Die „ GRUPPE SOUND ESPACE" verknüpft solche Texte mit einer Musik, die sich von allem Gewohnten weit entfernt und dem Unglaublichen neue Töne und Sounds an die Seite stellt. Basis des Programms „Niemalsland“ sind Gedichte von Häftlingen aus deutschen Konzentrationslagern. Entstanden in einer Extremerfahrung menschlichen Leidens, sind sie gleichzeitig Zeugnisse der Überwindung dieser Situation durch die Kreativität des einzelnen. Die lyrischen Texte waren für die Betroffenen Überlebenshilfe, sicher aber auch Momentaufnahmen der geistigen Freiheit des Menschen unter entwürdigenden Bedingungen. Sie sind heute ein Mahnruf gegen das Vergessen und Verdrängen des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte.

Gleichzeitig sieht die GRUPPE SOUND ESPACE darin aber auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Ihre moderne, zeitgenössische Musik transportiert die über 70 Jahre alten Texte ins Heute und ins Morgen, stellt ihnen aber auch noch Betrachtungen anderer zur Seite, die später die historischen Ereignisse lyrisch kommentiert haben. Ein lakonisches Gedicht über das, was man über Adolf Eichmann wissen kann, entstand z.B. erst nach den Nürnberger Prozessen.

Als Klammer des Programms dient ein Text mit dem Titel „Rote Rosen in Dachau“, eine Toncollage des polnischen Originals steht am Anfang und am Ende der Aufführung. Manche Texte stellen das Unheil offen, schonungslos und teils schockierend dar, lyrisch, bildhaft, verdichtet auf wenige Zeilen. Schließlich handelt es sich um Gedichte, also um viel Dichtes!

Dem stehen aber auch sehr persönliche, intime Zeilen gegenüber, von der zerbrechlichen Schönheit, die nicht nur die Sinne selbst wahrnahmen, sondern die sich auch in der sinnlichen Erinnerung abspielen. 

In anderen Texten wiederum verschwimmen die Perspektiven, der Zuhörer betritt eine verschwommene Landschaft, die trotzdem schmerzlich scharf ist.

Die GRUPPE SOUND ESPACE spürt nicht nur den Inhalten, sondern auch den Bildern, Geschichten und vor allem Stimmungen nach und interpretiert sie mit den Mitteln heutiger, experimenteller Musik. In ihren „Klangkonferenzen“ kombinieren die Künstler ruhige, ambienteartige Phrasen mit aufregenden expressionistischen Experimenten. Die ungewöhnlichen Klänge der Musik aus dem 21. Jahrhundert korrespondieren mit den Klang- und Bildqualitäten der lyrischen Texte, Wort und Klang verweben sich dabei zu einem Geflecht aus Musik, Sprache und Geräusch, ergeben so eine Art Hörstück, das sich im freischwebenden Feld zwischen Konzert und Hörspiel befindet. Genauso flirrt die Musik zwischen freier Improvisation, Toncollage und zeitgenössischer ernster Musik. 

Wie die Musiker einen eigenartigen Spagat zwischen verschiedenen musikalischen und sprachlichen Ausdrucksformen schaffen, so ist auch der aus 3 Worten bestehende Bandname beschaffen: Er vereinigt Wörter aus 3 verschiedenen Sprachen, die gemeinsam ein Konzept umreißen. 

 

 

NIEMALSLAND

Gruppe Sound Espace in der ehemaligen Synagoge in Braunsbach

 

Im Rahmen des Literatursommers Baden-Württemberg findet am Sonntag, 26.10.2014, um 15.00 Uhr in der ehemaligen Synagoge in Braunsbach in der heutigen Burgenlandhalle eine außergewöhnliche Veranstaltung statt.

Es gab in den KZs Gedichte, und entgegen aller anderen Vermutungen gibt es auch nach Auschwitz noch Lyrik über das Unaussprechliche.

Die „Gruppe Sound Espace“ verknüpft solche Texte mit einer Musik, die sich von allen Gewohnheiten weit entfernt und dem Unglaublichen neue Töne und Sounds an die Seite stellt. Wort und Klang verweben sich dabei zu einem Geflecht aus Musik, Sprache und Geräusch und ergeben so eine Art Hörstück, das sich im freischwebenden Feld zwischen Konzert und Hörspiel befindet. Genauso flirrt die Musik zwischen freier Improvisation und zeitgenössischer Musik.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei; um Spenden wird gebeten.

Einlass ist ab 14.30 Uhr. Von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr ist im Rabbinatsgebäude letztmals die Sonderausstellung „Die Frau im Judentum“ zu sehen.

 

 

Die Stellung der Frau im Judentum

 

Der diesjährige Europäische Tag der jüdischen Kultur am 14. September steht unter dem Thema "Die Fau im Judentum". Das Rabbinatsmuseum beteiligt sich mit einer Sonderausstellung zu diesem Thema.

Seit dem 10.8. ist die Ausstellung "Benachteiligt oder gleichgestellt? - Die Stellung der Frau im Judentum" eröffnet. Sie befasst sich mit der Frage nach der Stellung der Frau in Familie, Religion und Gesellschaft. Dabei werden die unterschiedlichen Deutungen der Heiligen Schriften des Judentums veranschaulicht. Juristisch gleichgestellt, sorgen viele orthodoxe Jüdinnen immer noch allein für eine vielköpfige Familie, während der Mann sich ausschließlich dem Studium der Thora widmet. Jüdinnen ist es verboten, an der Westmauer in Jerusalem in der gleichen Weise zu beten wie Männer. Verstoßen sie gegen die religiösen Vorschriften, drohen ihnen Verhaftung und empfindliche Strafen. Mutige Frauen kämpfen dagegen an. Andererseits werden im liberalen Judentum Frauen zu Rabbinerinnen ordiniert.

 

An den Öffnungstagen des Museums wird ein Film über das Leben einer Frau gezeigt, die sich bewusst für ein Leben nach den Regeln des orhtodoxen Judentums entschieden hat.

Die Ausstellung ist bis Ende Oktober zu sehen. Anmeldungenfür Gruppenführungen unter Tel. 07906-8512  (keine Gruppenführung im September !) 

Simon Berlinger, Haifa 2009; hanseli-foto
Simon Berlinger, Haifa 2009; hanseli-foto

 

Erinnerung an einen Friedensbewegten

 

 

 

Seit einigen Jahren erinnert das Rabbinatsmuseum Braunsbach an die ehemalige jüdische Gemeinde im Dorf am Kocher. Mehr als 350 Jahre lang lebten hier Christen und Juden nachbarschaftlich miteinander, bis die national-sozialistische Propaganda die Situation radikal veränderte.

 

1936 eröffnete Simon Berlinger aus Berlichingen im Rabbinatsgebäude die Israelitische Bezirksschule für Kinder aus Schwäbisch Hall, Dünsbach, Braunsbach und Künzelsau. Während seiner Dienstzeit  im Kochertal setzte er sich für ein friedliches Zusammenleben ein. 1939 floh er vor den Nationalsozialisten nach Palästina. Im neuen Staat Israel fand er eine neue Heimat. Hier wirkte er unentwegt bis zu seinem Lebensende  für eine Versöhnung zwischen Juden und Deutschen. Oftmals besuchte er seine alte Heimat und seine Wirkungsstätte im Kochertal.  Bei seinem letzten Besuch in Schwäbisch Hall sagte Simon Berlinger: „Unsere Generation wählte den Weg der Wiederversöhnun g mit dem von uns erwünschten Deutschland der Völkerverständigung, der Toleranz, des Rechtes und der humanistischen Weltanschauung.“ Das Rabbinatsmuseum Braunsbach hat sich zur Aufgabe gemacht,  zur Förderung von Verständigung und Toleranz zwischen Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen im Sinne Simon Berlingers beizutragen.

 

Um den Versöhner zu ehren, wird das Rabbinatsgebäude am 22. Juni den Namen „Simon-Berlinger-Haus“ erhalten.

 

In einer Sonderausstellung können Besucher mehr Informationen über Simon Berlinger erhalten. Ferner wird ein Film über ihn gezeigt, der kurz vor seinem Tode aufgrund eines Interviews in Haifa entstanden ist.

 

 

Geplanter Ablauf des Festtages:

 

14.00 Uhr    offizielle Namensgebung des Rabbinatsgebäudes 

 

                    in „Simon-Berlinger-Haus“  (Rabbinatsmuseum)

 

15.00 Uhr   Eröffnung der Sonderausstellung

 

                    „Simon Berlinger  -

                    Von Berlichingen über Braunsbach nach Haifa" 

 

 

 

Musikalische Gestaltung: Elisabeth Brose (Gruppe Kleztett), Klarinette

 

Nähere Informationen:

 

Tel. 07906-8512 oder www.rabbinatsmuseum-braunsbach.de

 

Die Sonderausstellung ist bis Ende Juli an den Öffnungstagen des Museums und nach Vereinbarung zu sehen.

 

 

Schicksale in Hohenlohe

 

Saisonstart im Rabbinatsmuseum Braunsbach

 

 

Am 13.4. startet im Rabbinatsmuseum Braunsbach die neue Saison.

 

An diesem Sonntag liest Prof. Dr.Titus Simon aus seinem Roman „Hundsgeschrei“.  Musikalisch begleitet  wird er von Erik Beisswenger, der u.a. Texte von Alfred Haushofer vertont hat.

 

In der vielschichtigen Erzählung verwebt Titus Simon in einer raffinierten Weise die Schicksale dreier hohenlohischer Familien. Im Mittelpunkt steht dabei Jakob Winter, der als Kind in Braunsbach die Israelitische Schule besucht, bevor er nach Riga deportiert wird. Dort überlebt er und kehrt mit den US-amerikanischen Truppen als Befreier nach Deutschland  zurück. Hier verzweifelt er an der Nachkriegswirklichkeit.  Die spannende Erzählung führt auch in die Welt der zahlreichen Hehler, Schieber und Schwarzhändler, die bis zur Währungsreform zwischen Murr und Kocher

 

ihre Geschäfte machten. Mit großer historischer Genauigkeit wird ein breites Panorama des Lebens in der Region vom Ersten Weltkrieg bis in die fünfziger Jahre entfaltet.

 

Der Autor trägt neben Szenen, die in unserer Region spielen, Passagen vor, die an die Deportation der Hohenloher Juden in den Jahren 1941 und 1942 erinnern.  Er berichtet auch von der schwierigen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

 

 

 

Die Veranstaltung findet am Sonntag, 13. April um 15.30 Uhr im Rabbinatsmuseum Braunsbach statt. Das Museum ist ab 14.00 Uhr geöffnet.  Eintrittskarten zu 8 € sind an der Tageskasse erhältlich.

 

Platzreservierungen sind unter Tel. 07906-8512 oder rabbinatsmuseum@braunsbach.de  möglich.

 

 

Der Autor:

Professor Dr. Titus Simon, geb. 1954 in Backnang, verheiratet, drei erwachsene Kinder, studierte Rechtssissenschaften, Sozialarbeit, Pädagogik und Journalistik. Er arbeitete zwischen 1975 und 1992 mit jugendlichen Gewalttätern, in der Obdach- und Wohnungslosenhilfe und beim NABU Baden-Württemberg. 1992 bis 1996 hatte er die Professur "Jugend und Gewalt" an der Fachhochschule Wiesbaden inne, 1996 wurde er an die Hochschule Magdeburg-Stendal berufen. Er lebt heute als freiberuflicher Schriftsteller in Oberrot (Landkreis Schwäbisch Hall).  

 

 

Dr. Titus Simon (li)und Erik Beisswenger
Dr. Titus Simon (li)und Erik Beisswenger